„Sei trainierbar!“ – ein guter Rat für Trainierende

Nachdem ich in meinem jüngsten Blogbeitrag „Trainiert nur die Tranierbaren!“ – ein guter Rat für TrainerInnen“ auf die TrainerInnenseite geschaut habe, beleuchte ich heute die andere Seite des Gespanns TrainerIn und Trainee. Die Frage, die mich als Coach auch hier beschäftigt: Was braucht eine oder ein Trainee, um bestmöglich zu trainieren, das Trainierte anzuwenden und in Erfolg umzuwandeln? Am Beispiel der beiden legendären Box-Brüder Vitali Klitschko (Jahrgang 1971) und Wladimir Klitschko (Jahrgang 1976), auch Dr. Eisenfaust und Dr. Stahlhammer genannt, zeige ich dir die Eigenschaften auf, die gute Trainees ausmachen.

V.K.

Wer sie nicht kennt: Vitali und Wladimir Klitschko standen mehr als zehn Jahre lang an der Spitze der Boxwelt. Ihre Gewichtsklasse: die höchste, die es im Profiboxen gibt – Schwergewicht. Vitali war von 2004 bis 2012 Schwergewichts-Champion des Verbandes WBC, Wladimir trug den Weltmeistertitel der Verbände IBF und IBO von 2005 bis 2015, 2008 kam der Gürtel des Verbandes WBO hinzu, 2011 der der WBA.

Trainee-to-do: diszipliniertes, fokussiertes Lernen

Ihren Weg an die Boxspitze starteten die beiden Brüder Vitali und Wladimir als jeweils 14-Jährige. Ihre Mutter war eine Grundschullehrerin, ihr Vater ein Offizier der sowjetischen und später der ukrainischen Luftstreitkräfte und zuletzt Militärattaché der ukrainischen Botschaft in Deutschland und bei der NATO. Der militärische Dienst des Vaters war der Grund dafür, dass die Familie Klitschko häufig ihren Wohnort und die Brüder im Zuge dessen auch ihre Schulen wechseln mussten. Das heißt, dass sie sich schon als Heranwachsende immer wieder in einem neuen Umfeld zu behaupten hatten. Dabei schulten sie ihre Anpassungsfähigkeit, ihre Flexibilität, ihren Zusammenhalt. Nach eigenen Aussagen, schweißte sie das Nomadenleben zusammen wie Pech und Schwefel – die beiden Klitschkos wurden zu einem Doppelpack.

Auch die demnach strenge Erziehung der Eltern half den Brüdern dabei, sich auf das Wesentliche zu fokussieren. Vitali sagte über seine Eltern, dass sein Vater ein pflichtbewusster Mann gewesen wäre. Er hätte die Brüder demnach Disziplin gelehrt, die Mutter die Künste. Dass beide Söhne an der Uni Kiew einen Doktortitel in Sportwissenschaft erwarben, erfüllte die Eltern mit großem Stolz – es heißt, mit noch größerem Stolz als die Boxtitel: Vitali promovierte zum Thema „Sportbegabung und Talentförderung“, Wladimir zum Thema „Pädagogische Kontrolle im Sport“.

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Trainee-to-do: Über den Tellerrand hinausschauen

Warum ich neben der sportlichen hier auch die akademische Karriere der Brüder Klitschko anführe? Weil diese zeigt, dass die Klitschkos sich intensiv mit dem auseinandersetzten, was sie rund um die Uhr beschäftigte: ihr Sport. Sie eigneten sich neben der Praxis des Sports auch die Theorie dahinter an. Angesichts ihrer akademischen Abschlüsse sind sie ohne Weiteres in der Lage, selbst als Trainer zu arbeiten. Das Vereinbaren ihrer sportlichen und akademischen Karriere ist eine Sache, die neben der schon erwähnten Disziplin mit Sicherheit auch viel Fleiß und Durchhaltekraft erforderte. Wer sich Videos der beiden Boxer anschaut, sieht dort, wie sie ihre innere Haltung auch gerne mal nach außen tragen: Auf Wladimirs Trainingsanzug zum Beispiel steht Schwarz auf Weiß, dass Versagen keine Option ist („Failure is no option“) und seine Einlaufmusik bei Kämpfen war der Musiktitel „Can’t Stop“ („Ich kann nicht aufhören“) von den Red Hot Chilli Peppers.

Sport und Bildung – darauf legen die Klitschkos auch nach ihrem Boxerleben großen Wert: Das bestätigen ihre verschiedenen Wohltätigkeitsprojekte, darunter eine Stiftung für benachteiligte Kinder. Von der UNESCO erhielten sie für ihre internationalen Schulungs- und Bildungsaktivitäten für Kinder den Titel „Heroes for Kids“. Ihr Engagement zeigt uns, dass die Klitschko-Brüder nicht nur im Boxring „austeilen“ konnten, sondern auch im Leben außerhalb: Sie teilen ihr Wissen, ihre Erfahrungen und ihre Fähigkeiten und verändern damit das Leben von Kindern, indem sie diesen Chancen eröffnen.

Damit habe ich dir bereits wichtige Must-haves und Must-dos der „Trainees“ Klitschko aufgezeigt: Anpassungsfähigkeit, Flexibilität, Disziplin, Fleiß, Willenskraft, Lernwilligkeit, Nehmer- und Geberqualitäten. Doch es gehört noch mehr dazu, um in den Box-Olymp aufzusteigen.

Trainee-to-do: Zu den eigenen Werten stehen

So wurden die Brüder Klitschko im Laufe ihrer Boxerkarriere immer wieder mal gefragt, ob sie nicht gegeneinander in den Ring steigen wollten – geboten wurden ihnen laut Medienberichten dafür Antrittsgelder in dreistelliger Millionenhöhe. Wladimir sagte gegenüber einer russischen Zeitung dazu: „Das Herz unserer Mutter würde einen solchen Fight nicht ertragen.“ Demnach habe Nadeschda Klitschko ihren Söhnen einst das Versprechen abgenommen, niemals gegeneinander zu boxen. Das Versprechen zu halten, der Familie gegenüber loyal zu bleiben und dem lukrativen Angebot zu widerstehen – dazu gehört ein gehöriges Maß an Charakterstärke.

Für ganz wichtig halte ich auch die Widerstandskraft der Klitschkos. Beide Brüder erlebten als Boxer ihre Niederlagen – und kämpften sich zurück in den Ring. Mehr als ein Jahrzehnt blieben sie ungeschlagen an der Weltspitze, an ihnen kam kein Schwergewichtler vorbei. Wladimir kommt zusammengerechnet auf zwölf Jahre Champion – das ist mehr als Muhammad Ali auf seinem Erfolgskonto verbuchen konnte!

Ihre Widerstandskraft beweisen beide Brüder auch mit ihrem Einsatz im Angriffskrieg, den Russland seit Februar 2022 völkerrechtswidrig gegen die Ukraine führt. Vitali engagiert sich als Bürgermeister von Kiew, Wladimir wurde Reservist und verlagerte die Geschäftstätigkeit seines Unternehmens weg vom Coaching hin zu Logistik von Hilfsgütern.

Um das zu können, braucht es zudem Macherqualitäten: Die „erbten“ die beiden Brüder offensichtlich auch von ihrem Vater. Wladimir Rodionowitsch Klitschko managte 1986 eine der größten Tragödien der Sowjetunion: die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Andreas von Thien, Sportchef von RTL/ntv kennt beide Brüder lange und bestätigt das, wenn er über Vitalis Einsatz für die Unabhängigkeit der Ukraine sagt, dass Vitali kein Schwätzer sei – dass das nicht seine Einstellung vom Leben sei, er es ernst meine, er bis zum Äußersten gehe. Die Selbstbestimmung der Ukraine sei Vitali wichtig.

Während ich mich für diesen Beitrag durch die Leben der Klitschko-Brüder lese, wird mir klar, dass die beiden eine wichtige Eigenschaft vereint: ihre Entschlossenheit. Damit setzten sie sich Ziele, damit verfolgten sie diese, damit erreichten sie diese.

In meinem neusten Buch „Der Weg zum BESTEN ICH“, das im Herbst 2023 erschien, habe ich mich damit beschäftigt, wie Willenskraft uns charakterstark macht. Willst du mehr darüber wissen, schau gerne ab Seite 61 ins Buch. Du kannst es hier kaufen:

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Und was ist mit Leidenschaft: Ist sie für Trainees ein Schlüssel zum Erfolg?

Meine Frage ist, ob man seine Sache lieben muss, um erfolgreich zu werden?

Wladimir Klitschko beantwortete diese Frage in einem Interview überraschenderweise so: Ich habe die Rolle eines Profi-Boxers eingenommen. Ich bin kein geborener Boxer. … Ich bin das einfach geworden. Ich wollte reisen. Sport war für mich ein Werkzeug. Ich habe es nicht leidenschaftlich geliebt. Mein Bruder Vitali ist ein geborener Kämpfer. Er war immer im Kampfsport aktiv, machte Karate, Kickboxen und Boxen. Er war derjenige, der dafür geschaffen wurde, von Geburt an. Ich wurde dazu gemacht. …Ich bin froh, dass ich Sportler geworden bin. Aber ich bin kein geborener Boxer. Erst jetzt komme ich zu mir selbst, bin aber ungeheuer dankbar für den Sport. Die permanenten Herausforderungen haben mich geformt und auch abgehärtet. Das hilft mir auch jetzt nach der Zeit als aktiver Sportler.“

Was ich als Coach für mich aus Wladimir Klitschkos Worten ziehe, ist wieder einmal die Bestätigung, dass man an seinem Erfolg arbeiten kann. Dass man lernen kann, wie Erfolg geht. Dass Training der Weg zum Erfolg ist – vorausgesetzt, man ist trainierbar!

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