Was hat mich zum Erfolg gebracht? – Teil 21: Neue Krise, neue Chance!

Krisen waren jahrelang mein gewohnter Zustand. Trotzdem hatte ich auch Glücksgefühle. Die Krisen kamen und gingen. Die meisten haben einen Katharsis-Effekt hinterlassen, und ich bin der jeweiligen Krise in Nachhinein dankbar. „Die Krise liegt hinter mir und ich lebe weiter.“ Dies war jeweils meine simple Berechnung, und ich stürzte mich erneut in meine Geschäftsideen.

LOS GEHT´S!

Ich weiß, ihr denkt jetzt, dass das keine ernsthaften Krisen gewesen sein können. Nun, die Krisen unterscheiden sich zwar, aber alle haben etwas gemein. Man steckt drin und denkt: „Die Welt geht unter.“ Doch dieser Satz macht uns dann „krisenkreativ“, überlebensfähig und irgendwie sogar ausgeglichener. Denn Krisen kann man nicht bewältigen, wenn man in Panik gerät. Krisen erfordern klares Denken und eine sichere Hand. Jede Krise ist anders, und jede Krise verlangt von uns individuelle Aufmerksamkeit. Es gibt Geldkrisen, Familienkrisen, Wirtschaftskrisen und, wie wir spätestens jetzt wissen, auch Gesundheitskrisen.

Diese Krise kam nicht ganz plötzlich

Erste Meldungen erreichten uns schon Wochen vorher aus China, aber wir haben sie nicht ernst genommen. Noch am 6. März hatte ich meine Mitarbeiter aus Deutschland zu einem Neujahrstreffen eingeladen und alle herzlich umarmt. In diesem Moment hatte ich gar nicht daran gedacht, dass nur 10 Tage später all diese Menschen samt Computern, Laptops und Druckern nach Hause gehen würden, um am nächsten Tag aus dem Homeoffice weiterzuarbeiten. Eine weitere Woche später musste ich dann auch noch einige Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken, um die Kosten zu senken.

Ist denn jetzt alles getan? Wann und wie werden wir diese Krise überwinden? Und wann werden wir auch an diese Krise als überwundene Krise denken?

Ich tue das manchmal jetzt schon, weil ich diese Corona-Krise gar nicht so furchtbar dramatisch sehe. Wie ich schon sagte, Krisen sind für mich mehr ohne weniger der Normalzustand. Diesmal hatte ich eben noch die Aufgabe, nicht nur die geringeren Einnahmen mit den Ausgaben im Einklang zu bringen, wie im Jahr 2009, sondern auch an die Gesundheit meiner Mitarbeiter zu denken. Schutzmasken kaufen und an jeden verschicken war die kleinste Übung. Dazu kam der verträgliche Umgang mit dem notwendig gewordenen „Homeschooling“ meiner Mitarbeiter in deren Homeoffices und ihre Existenzängste. Mein Lachen und meine ermutigenden Worte gingen via Videokonferenz von meinem Homeoffice aus, aber ich blickte in angespannte Gesichter und mir mühsam entgegengebrachtes Lächeln.  Und ich sah, dass die Situation in meinem Team ernst geworden war.

Achtsamkeit und Vertrauen

Damit habe ich jede Videokonferenz geführt. Jeden Tag, jede Stunde und jede Minute konnte ich diesem Team mehr und mehr Vertrauen schenken. Natürlich hatte ich kein extra „Handbuch zum Bewältigen einer Corona-Krise“. Dafür aber meine Intuition und mein Herz. Mit der Intuition habe ich neue, der Situation angepasste, Geschäftsmodelle entwickelt und diese den Menschen mit dem Herzen nahegebracht.

Führung muss menschlich sein. Menschen brauchen Führung, keine Frage, aber eine menschliche Führung. Die Menschen sollen spüren, dass man als Team stärker als die einzelne Person ist. Menschen können Berge versetzen, wenn sie sich gegenseitig vertrauen. So passiert es bei uns. Wir freuen uns auf und über jeden Kunden, der sich in der Krisenzeit meldet. Diesen Kunden schenken wir unsere Teamstärke und unser Teamvertrauen.

Die ersten beiden Krisenmonate waren nicht zuletzt deshalb doch noch recht erfolgreich. Die Krise ist jetzt eben unser normaler Zustand, weil wir wissen, dass diese Zeit eine besondere Zeit ist. Es ist eine Zeit zu wachsen, sich zu verändern und sich auch zu freuen. Sogar die Krise hat unsere Freude verdient!